lass dich zu einem entspannten Leben inspirieren
Liebe Leserin, lieber Leser
Vor über zehn Jahren habe ich mich vertieft mit Hochsensibilität befasst. Vor fünf Jahren bin ich dann auf das Thema Trauma gestossen. Da Hochsensibilität und Trauma Ähnlichkeiten haben, war ich mir nicht mehr so sicher, von welchem ich nun betroffen war oder nicht. Im Verlauf meines eigenen Weges mit der Aktivierung des Vagusnerves und dem praktizieren von TRE® verschwanden lästige Symptome, die ich bisher der Hochsensibilität zugeordnet habe. Zum anderen entwickelte sich der Zugang zu den wahren Stärken meiner Hochsensibilität. Meine Mentorin von der Ausbildung zur TRE® Providerin, Manuela Mühlemann (www.attento.ch), hat sich mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Hochsensibilität und Trauma befasst. In ihrem Artikel, der zuerst auf TRE® Schweiz veröffentlicht wurde, schreibt sie zudem, wie du als hochsensible Person mit TRE® zurück in die Balance findest. Ich darf ihren Artikel auf meinem Blog veröffentlichen. Ich wünsche viel Gewinn bei der Lektüre!
TRE® für hochsensible Personen (HSP)
Die Methode TRE® bietet für Hochsensible eine einfache Möglichkeit, ihre Selbstregulation zu verbessern und so in einen entspannteren Alltag zu finden. Um die Wirkweise von TRE® im Bereich Hochsensibilität zu erklären, werden im nachfolgenden Abschnitt zwei Phänomene genauer erläutert.
Hochsensibilität und Hypervigilanz
Das Verhalten einer hochsensiblen Person kann in Alltagssituationen sehr ähnlich sein wie das eines Menschen, der infolge einer traumatischen Erfahrung eine übermässige Wachsamkeit, eine sogenannte Hypervigilanz, erworben hat.
Hochsensibilität, auch Hochsensitivität genannt, ist eine angeborene Eigenschaft des Nervensystems, die dazu führt, dass Menschen innere und äussere Reize stärker wahrnehmen als der Durchschnitt. Die Grenzen zur Hochsensibilität sind fliessend und die Ausprägung bei jedem Hochsensiblen sehr individuell. Die Benennung dieses Persönlichkeitsmerkmals kann das Verständnis fördern, sowohl bei Hochsensiblen selber wie auch bei deren Umfeld.
Hypervigilanz ist eine übermässige Aktivierung des Nervensystems und kann als Folge von traumatischen Ereignissen entstehen. In existenziell bedrohlichen Situationen reagiert der Körper nicht mehr mit Kampf oder Flucht, sondern mit Erstarrung. In diesem Notfallprogramm dominiert Hilflosigkeit und Ohnmacht, und der Körper versucht nur noch zu funktionieren und zu überleben. Bei solch überfordernden Erfahrungen übernimmt der Hirnstamm die Kontrolle und aktiviert instinktive Überlebensreaktionen. Das denkende Hirn (Neokortex) wird dabei abgekoppelt und ausgeschaltet. Wenn der Organismus so überfordert ist, dass ein Mensch dauerhaft in seinen Verteidigungsstrategien feststeckt, bezeichnen wir dies als traumatisch. Dabei spielt es keine Rolle, was das Ereignis war, sondern nur, wie das Nervensystem auf die entsprechende Situation reagiert. Wird diese Trennung zwischen Hirnstamm und Kortex dauerhaft nicht aufgelöst, kann es zu einer Hypervigilanz führen, welche sich in Verhaltensweisen wie Angstzuständen, Depressionen, Anfälligkeit auf Krankheiten, Substanzmissbrauch, Impulsivität und Gewalttätigkeit zeigt. Menschen mit einer Hypervigilanz sind ständig auf der Hut um allfällige Gefahren wahrzunehmen. In einer stetigen inneren Unruhe scannen sie ihre Umgebung und ihr Gegenüber, um Bedrohungen frühstmöglich zu erkennen.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Wegen der vielen Reize, welche aufgenommen und sehr differenziert verarbeitet werden, sind hochsensible Menschen oft dauerhaft an oder über der Grenze zur emotionalen Überforderung und Stress, was zu einer traumatischen Erfahrung werden kann. So können Hochsensible zusätzlich eine Hypervigilanz entwickeln, was die Grenze unklarer werden lässt. Auch sind sie besonders gefährdet, eine Erschöpfung oder gar ein Burnout zu erleiden, denn nur zu gut kennen sie Selbstzweifel, angestrebte Perfektion, Versuche der Anpassung und die Frage nach Sinnhaftigkeit.
Sowohl bei Personen mit Hochsensibilität, wie auch mit einer Hypervigilanz, ist durch eine höhere Empfindlichkeit auf äussere Einflüsse die Schwelle der Überreizung früher erreicht als bei anderen Menschen. Wie mit der Reizflut umgegangen wird und wie schnell jemand wieder in die emotionale Komfortzone zurückfindet, hängt unter anderem mit der Fähigkeit zur Selbstregulation zusammen.
Hochsensible, die keine zusätzliche Traumatisierung erfahren haben, treten in vielerlei Hinsicht anders in Erscheinung als traumatisierte Individuen. Zeigen sich bei hochsensiblen Menschen Anzeichen einer Traumafolgestörung, dann sollten diese nicht nur auf die Hochsensibilität zurückgeführt und als gegeben hingenommen werden. In diesen Fällen macht es Sinn gezielt mit Traumatherapie Einfluss zu nehmen und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu steigern.
Symptome einer Hypervigilanz wären beispielsweise folgende: Rastlosigkeit und Nervosität, das Gefühl, nicht zur Ruhe kommen zu können, Schlafprobleme, auch intensive angenehme Emotionen sind nicht einfach auszuhalten, der Versuch mit Suchtmitteln die Gefühle zu betäuben, Erinnerungslücken, Schwierigkeiten Bindungen einzugehen, ein Gefühl der Leere, ein erschwerter Zugang zu sich selber und den eigenen Empfindungen, Schwierigkeiten die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu spüren, was einem gut tut.
Im Gegensatz dazu weisen hochsensible Menschen ohne Traumatisierung eher folgende Eigenschaften auf: sie geniessen die Zeit für sich alleine, schlafen viel, lehnen Suchtmittel ab, haben viele Erinnerungen auch an sehr frühe Lebensjahre, lieben tiefe Verbindungen in Freundschaft und Partnerschaft, haben ein sehr sensibles Körpergefühl und einen guten Kontakt zu ihren Emotionen.
Wenn durch eine Reizflut die Komfortzone verlassen wird, sind die Reaktionen von Menschen mit Hochsensibilität und mit Hypervigilanz nicht unterscheidbar. Hochsensible, die auf ihre Körperwahrnehmung achten und sich selber gut regulieren können, werden relativ bald wieder in ihrer emotionalen Komfortzone sein. Traumatisierte Menschen hingegen fühlen sich solchen Situationen eher ausgeliefert und verbleiben im Erstarren, Kampf- oder Fluchtmodus.
Zurück in die Balance mit TRE®
Hochsensible Menschen können von der Methode TRE® profitieren, indem dadurch ihre Selbstregulation verbessert wird und sie entsprechend besser mit den vielen Reizen umgehen können. Durch das TRE® können sie ihr Nervensystem zurück in die Balance bringen, ihre emotionale Komfortzone vergrössern und somit den Alltagsstress reduzieren.
Hochsensible Menschen, die zusätzlich traumatisiert sind, profitieren von TRE® als traumalösende Methode und können so Stück für Stück zu sich finden. Je mehr Spannungen sie aus ihrem Nervensystem lösen können und auf dieser körperlichen Ebene zur Ruhe finden, desto mehr werden die Eigenschaften der Hochsensibilität zu einem Geschenk, welches das Leben und die Beziehungen bereichert und nicht belastet.
Manuela Mühlemann: www.attento.ch
Wir begleiten dich
Möchtest du deine Selbstregulation verbessern, damit der Umgang mit Reizflut, erhöhter Wahrnehmung und Stress leichter wird und du jeweils schneller in deine emotionale Komfortzone zurückfindest?
Lerne TRE® kennen! Bei entspannt leben bieten wir die TRE® Einführung individuell auf dich zugeschnitten oder in der Gruppe an.
Wir freuen uns auf dich!
Herzlich, Sarah

Um entspannt leben zu können, sind verschiedene Faktoren wichtig.
Hier im Blog stellen wir Dir einige vor.
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